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[headlines] UNHCR findet Strategien für Krise in Dadaab

2012-01-30 17:08:38

UNHCR, 27. Januar 2012 -- Trotz der instabilen Sicherheitslage und des beschränkten Zugangs zu humanitärer Hilfe im Flüchtlingslager Dadaab in Kenia, hat UNHCR Maßnahmen gefunden, den Betrieb und die Versorgung der Flüchtlinge im weltweit größten Flüchtlingslager weiterhin uneingeschränkt zu gewährleisten.

Die neuen Maßnahmen umfassen eine intensivere Beteiligung verschiedenster Gruppen der Flüchtlingsgemeinschaften, wie Ältere, Geschäftsleute und Jugendliche, in die Abläufe des täglichen Zusammenlebens.

Ergänzend dazu organisiert UNHCR zusätzliche Trainings für Flüchtlinge und freiwillige Helfer, um diese Kapazitäten besser zu nutzen.

Flüchtlinge haben immer einen wesentlichen Beitrag zu einem reibungslosen Ablauf in den Flüchtlingslagern geleistet. In Dadaab ist ihr Einsatz, im Vergleich zu anderen Lagern, noch mehr gefragt. So konnten Krankenhäuser während dieser schwierigen Zeit dank des Einsatzes von Flüchtlingen, Einheimischen und einer begrenzten Zahl an internationalen Helfern geöffnet bleiben.
Viele Flüchtlinge bekamen eine medizinische Grundausbildung, um in Krisensituationen, wenn Helfer von außen die Lager nicht erreichen können, die Verletzten zu versorgen und in die Lagerspitäler zu überstellen. Für diese Flüchtlinge werden auch immer wieder Auffrischungskurse angeboten, um in schwierigen Fällen, wie bei sexueller oder geschlechterspezifischer Gewalt, eingreifen zu können.

Gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir daran, den Ausbruch von Masern und Cholera einzudämmen. Es werden wöchentlich Kontrollen durchgeführt und die Zahl der gemeldeten Fälle geht bereits in allen Lagern zurück. Wurden Ende 2011 noch 150 Verdachtsfälle gemeldet, sind es jetzt noch 50 Fälle pro Woche.

Zusätzlich dazu wurden Flüchtlinge darin ausgebildet, Einzelpersonen oder Familien, die sofortigen Schutz oder lebensrettende Hilfe benötigen, zu erkennen. Diese Unterstützung ist besonders für Menschen mit schwerer Behinderung wichtig, aber auch für unbegleitete minderjährige Kinder und Opfern von Gewalt. Seit Jahresbeginn konnte durch die unterstützende Arbeit der Flüchtlinge in Zusammenarbeit mit UNHCR und Partnerorganisationen 150 schutzbedürftigen Personen und Familien geholfen werden.

Ein Netzwerk von Freiwilligen hat Ausschüsse zur Versorgung mit Wasser- und Sanitäranschlüssen gegründet, die die Wasserversorgung auf der Haushaltsebene kontrollieren. Diese Ausschüsse haben auch zusätzliche Ressourcen und Kompetenzen erhalten, um die Wasserversorgung zu koordinieren und zu kontrollieren und als eine Art Informationsstelle im Lager zu fungieren.
Parallel dazu werden auch jugendliche Flüchtlinge ausgebildet. Durch die unterstützende Arbeit können die jungen Flüchtlinge Berufserfahrung zu sammeln. Viele haben schon bei der Müllentsorgung oder bei der Kontrolle der Wasserstellen mitgearbeitet.
Mehr als 30 Lagerschulen sind derzeit geöffnet und werden von Lehrern, die selbst geflüchtet sind, geleitet. Trotz der unsicheren Lage fanden auch die staatlichen Abschlussprüfungen zum Ende des Schuljahrs statt und die Ergebnisse haben sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Die Prüfungen konnten abgehalten werden, weil Mitglieder der Community in den Schulen patrouillierten und die Eingänge bewachten.

Zurzeit sind im Flüchtlingslager Dadaab mehr als 460.000 Flüchtlinge untergebracht. Ein Drittel dieser Flüchtlinge flüchtete allein im Jahr 2011 vor Konflikten, Dürre, Hunger und Menschenrechtsverletzungen von Somalia nach Dadaab. Das Lager wurde vor zwei Jahrzehnten eröffnet und war ursprünglich für rund 90.000 Flüchtlinge vorgesehen.

 

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