| 2012-08-30 19:16:32
30. August 2012 -- Die Vereinten Nationen haben den 30. August zum "Internationalen Tag der Verschwundenen" erklärt. Seit 1980 sind weltweit mehr als 50.000 Fälle bekannt, in denen Personen "verschwunden" sind. Die Dunkelziffer dürfte jedoch noch weitaus höher sein.
Als "Verschwindenlassen" wird eine Form von staatlicher Gewalt bezeichnet, bei der eine Person häufig - durch Geheimdienste - festgenommen und in Haft gehalten wird, ohne dass diese Festnahme offiziell zugegeben und der Aufenthaltsort der Person bekanntgegeben wird.
Angehörige erhalten keinerlei Informationen über die Verschwundenen und werden über deren Schicksal im Ungewissen gelassen.
"Verschwindenlassen" ist meistens mit Folter verbunden, da die in die Verschleppung verwickelten Personen und Organe keinem Gericht und keiner Behörde Rechenschaft ablegen müssen. Für Familien und Freunde ist die schreckliche Ungewissheit besonders belastend: Was ist mit dem Ehemann, der Tochter oder dem Freund passiert?
Obwohl die "Uno-Konvention zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen" seit Dezember 2010 in Kraft ist, wird diese Art von Menschenrechtsverletzung auch noch heute weltweit praktiziert.
Pressemitteilung amnesty international
| |